Laut Analyse des Instituts für Wirtschaftsanalyse und Informatik, ECOSTAT, kann
im ersten Halbjahr auch weiterhin keine Dynamisierung der Wirtschaft erwartet werden, im zweiten Halbjahr kann mit einem etwas höheren
Wachstumstempo gerechnet werden. Durch den Rückgang der Rohstoffpreise und die Senkung des Kurses des amerikanischen Dollars wird
jedoch die Reduzierung der Inflation erleichtert. Das Defizit des Staatshaushalts kann im Jahre 2003 nicht beträchtlich reduziert
werden, das Budget des Jahres 2004 kann jedoch nach dem "Auslaufen" der Verpflichtungen auch Möglichkeiten für umfassende Reformen
geben.
Nach der Beendung des Krieges im Irak hat die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
keinen neuen Aufschwung erfahren. Nach der Verbesserung der Vertrauensindizes der Verbraucher werden die Wachstumsaussichten vielleicht
günstiger. Neben der hinter den Erwartungen zurückbleibenden der Steigerung des BIP birgt der Fall der Rohstoffpreise die Gefahr
des Rückgangs der Preisindizes in sich. Der Leitzinssatz ist bereits außerordentlich niedrig, die FED wird sich vermutlich darum
bemühen, eine weitere Senkung zu vermeiden.
Die Wirtschaft der Europäischen Union ist im ersten Quartal nicht gewachsen, für
das ganze Jahr ist wahrscheinlich eine etwa 1-2-prozentige Dynamik des BIP zu erwarten. Eine Zinssenkung ist in der Region noch vorstellbar,
aber auch hier ist es mit einer Deflation zu rechnen. Die Stärkung des Euro hat während der letzten Monate einen neuen Aufschwung
erfahren, was auf eine weitere Reduzierung der importierten Inflation hinweist.
Der Preis des Öls auf dem Weltmarkt ist im März unter 25 US-Dollar gesunken, und
auch seither ist er nicht dauerhaft über dieses Niveau gestiegen. Obwohl es im Zusammenhang mit den Nachrichten über die amerikanischen Ölreserven
sowie dem Beginn der Lieferung des irakischen Öls kleinere Schwankungen gegeben hat, es wird mit keinem bedeutenden Faktor gerechnet,
der die Ölpreise in der nahen Zukunft in die Höhe treiben würde. Der Preis für das maßgebende Öl wird vielmehr durch die Zusammenarbeit
zwischen der OPEC und den außerhalb ihr befindlichen Ländern beeinflusst. Eine Verschiebung der Preise nach oben ist immer weniger
wahrscheinlich.
Im Einklang mit unseren früheren Prognosen wird in den ersten beiden Quartalen
in Ungarn mit keinem bedeutenden Wachstum gerechnet. Für das erste Quartal wird ein Wachstum des BIP um etwa 3,3 Prozent prognostiziert,
und im Jahresdurchschnitt ist eine Erweiterung von 3,7 Prozent zu erwarten. Die Steigerung des privaten Verbrauchs bleibt auch weiterhin
bestimmend, und im zweiten Halbjahr wird die Erweiterung des Exports erwartet.
Bei der Steigerung der Industrieproduktion bleibt der Export auch weiterhin bestimmend.
Der Verkauf im Inland weist jedoch nach der Stagnation der früheren Jahre eine gewisse Steigerung auf. Die Leistung der Bauindustrie
ist im März bedeutend zurückgefallen, auf Jahresebene ist jedoch eine Erweiterung von 8 Prozent zu erwarten.
Das Defizit des Staatshaushalts hat bis Ende April die Hälfte des für das ganze
Jahr geplanten Defizits erreicht, im Jahre 2003 wird das Defizit im Verhältnis zum BIP erwartungsgemäß 5 Prozent übersteigen. Im
bevorstehenden Teil des Jahres ist - wegen der früheren Verpflichtungen - nur noch eine kleinere fiskalische Berichtigung möglich,
die Strukturreform ist frühestens im Staatshaushalt des kommenden Jahres vorstellbar.
Das Defizit der Zahlungsbilanz hat im ersten Quartal hat im ersten Quartal annähernd
1 Milliarde Euro betragen, was den in demselben Zeitraum des Vorjahres gemessenen Wert wesentlich übersteigt. Bei der Steigerung
des äußeren Defizits spielen das Zurückbleiben der aus dem Fremdenverkehr stammenden Einnahmen hinter den Einnahmen der vergangenen
Jahre sowie der immer größer werdende Negativsaldo des Warenverkehrs auch weiterhin eine große Rolle. Das steigende Defizit wurde
durch die Erhöhung der Schulden generierenden Positionen begleitet. Zum Jahresende kann der Negativsaldo bis auf 3,2 Milliarden Euro
steigen.
Die Verbraucherpreise sind in den ersten 4 Monate des Jahres durchschnittlich um
4,6 Prozent gestiegen. Im März war der Index wegen der 8-prozentigen Steigerung der elektrischen Energie höher, er betrug 4,7 Prozent,
während im April, infolge der kontinuierlichen Senkung der Kraftstoffpreise, die 12-monatige Preissteigerung außerordentlich niedrig
war und 3,9 Prozent betrug. Der Kerninflationsindex ist im Jahre 2002 in einem höheren Tempo als der Verbraucherpreisindex gestiegen,
Anfang des Jahres 2003 sind jedoch die beiden Indizes einander näher gekommen. Das Tempo der Inflation wird im restlichen Teil des
Landes - in erster Linie aus saisonalen Gründen - ein wenig steigen, so kann im Jahresdurchschnitt eine 4,8-prozentige Steigerung
der Verbraucherpreise prognostiziert werden. Im Jahre 2004 kann voraussichtlich mit einer größeren Deflation gerechnet werden, und
der Jahrespreisindex kann auf 4,2 Prozent sinken.
Prognose von Ecostat über die Entwicklung der ungarischen
Wirtschaft im Monat Mai
(Änderungen im Vergleich zum Vorjahr, in vergleichbaren Preisen, in Prozenten)
|
| Kennziffern |
2002
Istwert/vorläufig |
2003
Prognose |
2004
Prognose |
| Bruttoinlandsprodukt (in %) |
3,3 |
3,7 |
4,2 |
| Privater Verbrauch (in %) |
7,8 |
5,3 |
4,6 |
| Öffentlicher Verbrauch (in %) |
4,0 |
4,0 |
3,0 |
| Akkumulation des Anlagevermögens (in %) |
5,7 |
4,3 |
5,0 |
| Ausfuhr (in %) |
6,5 |
6,6 |
7,6 |
| Einfuhr (in %) |
8,3 |
7,7 |
7,8 |
| Jährlicher Verbraucherpreisindex (in %) |
5,3 |
4,8 |
4,3 |
| Saldo der Zahlungsbilanz (in Mrd. Euro) |
-2,8 |
-3,2 |
-3,0* |
| Direkte Kapitalanlagen (in Mrd. Euro) |
1,2 |
1,8 |
2,2 |
| Saldo des Staatshaushalts (in % des BIP)d) |
-9,8 |
-5,2 |
-4,0 |
| Arbeitslosenrate (in %)a) |
5,9 |
5,9 |
5,8 |
| Entwicklung des Durchschnittsverdienstes,
brutto(in %)a) |
18,3 |
9-10 |
8,0 |
| Saldo des Warenumsatzes im Außenhandel(in
Mrd. Euro) |
-3,4 |
-3,5 |
-3,2 |
| Entwicklung der Industrieproduktion (in
%) |
2,6 |
4,0 |
5,0 |
| Entwicklung der Produktion der Bauindustrie
(in %) |
20,1 |
8 |
8,0 |
| Volumen des Umsatzes des Einzelhandels
(in %) |
10,7 |
6,5-7,0 |
5,0 |
| Zinsen für Geldeinlagen (für zwei Wochen,
MNB)a) |
8,5 |
6,25 |
5,25 |
| Zinsen für Kredite, die den Unternehmen
innerhalbeines Jahres gewährt werden a) |
9,7 |
8,5 |
7,0 |
| Konjunkturindex von ECOSTATb) |
52,5 |
- |
- |
| Immobilienbarometer von ECOSTATc) |
52,0 |
- |
- |
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Quellen: KSH
(Statistisches Zentralamt [in Ungarn]), MNB (Ungarische Nationalbank)
*/ ohne methodische Änderung
Bemerkung:
a) am Jahresende
b) TOP-100, Quartalsdurchschnitt des Vertrauens im Bereich des Geschäfts und bei der Bevölkerung, von KKV, 4. Quartal 2002
c) Konjunkturindex für den Immobilienmarkt, 4. Quartal 2002
d) annähernd, nach der Methodik ESA95 |
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